Entre Terra e Mar. Zwischen Erde und Meer. Transatlantische Kunst

Eine Ausstellung mit den Künstlern Ayrson Heráclito (Salvador da Bahia, Brasilien) und Rigo 23 (Madeira, Portugal und Los Angeles, USA)

Das Weltkulturen Museum präsentiert zeitgenössische politisch-poetische Interventionen und Werke der international bekannten Künstler Ayrson Heráclito und Rigo 23.
Die Ausstellung bildet einen Höhepunkt in der langjährigen Beschäftigung des Museums mit afrobrasilianischen und indigenen Aspekten in Kunst und Kultur Brasiliens und setzt neue Impulse hinsichtlich der aktuellen Wahrnehmung transatlantischer Kunstprozesse zwischen Afrika, Europa und Amerika. Hierzu gehört besonders die Begegnung der Künstler mit Sammlungsobjekten aus Südamerika und Afrika. Ihre Objektauswahl spiegelt eigene Sichtweisen und Schwerpunkte wider und ist in der Ausstellung zu sehen.

In raumgreifenden Installationen, Videoarbeiten, Fotografien, Skulpturen und Performances thematisieren beide Künstler die einst von Europa ausgehende Kraft historischer Ereignisse aus Zeiten von Sklaverei und Kolonialherrschaft. Diese Ereignisse haben nach wie vor Auswirkungen auf das Leben der Nachfahren afroamerikanischer Sklaven in der Diaspora sowie indigener Guaraní in den Ballungsräumen Südamerikas. Das transatlantische, transtemporale „Dazwischensein“ zwingt sie zu einem Leben im Transit.

Rigo 23 realisiert mit partizipativen Methoden Kunstprojekte mit Guaraní in Brasilien, die ihre Kreativität und Spiritualität widerspiegeln und von politischer Kraft zeugen. Es wird deutlich, dass sogenannte Marginalisierte immer auch eine aktive Rolle inne hatten und haben.
Ayrson Heráclito verbindet seine Kunst mit der Ästhetik urbaner afrobrasilianischer Kultur und Religion als eine Ausdrucksform von Widerstand, Selbstbehauptung und Bewahrung der Kultur der Sklaven. Beide Künstler machen deutlich, dass Kultur und Kunst das Überleben im Transit ermöglichen. Mit jeweils eigenen Schwerpunkten thematisieren Ayrson Heráclito und Rigo 23 die Frage nach der Marginalisierung anderer in Zeit und Raum. Ihre Arbeiten widmen sie historischen Orten, die Zeugnis ablegen von hegemonialen Erinnerungen und mangelnder Augenhöhe.

KURZBIOGRAFIE - Ayrson Heráclito

Der brasilianische Künstler, Wissenschaftler und Kurator Ayrson Heráclito (geb. 1968 in Macaúbas, Bahia, Brasilien) ist Professor für Visuelle Kunst an der Universidade do Recôncavo da Bahia in Cachoeira, Brasilien. 2016 promovierte er an der Pontifícia Universidade Católica de São Paulo (PUC) in Kommunikation und Semiotik. Seine Arbeiten umfassen Installationen, Performances, Fotografien und Videoarbeiten. Schwerpunkte seiner Kunst sind die afro-brasilianische Kultur, ihre Verbindung mit Afrika, Sklaverei und die Diaspora in Amerika. Seine künstlerische Arbeit ist als postkoloniale Kritik an Sklaverei und Rassismus zu verstehen. Ayrsons Werke basieren auf eigenen Forschungen.
An der 57. Biennale von Venedig 2017 nahm er auf Einladung der leitenden Kuratorin Christine Macel mit einer Video- und Fotoinstallation teil. Ab September 2017 werden seine Werke in der Ausstellung „Axé Bahia: The Power of Art in an Afro-Brazilian Metropolis“ des Fowler Museum in Los Angeles vertreten sein.
Auf Einladung durch Marina Abramovic erfolgte im März 2015 die große Performance „A Transmutacao da Carne“ in Sao Paulo. Er präsentierte seine Arbeiten in zahlreichen internationalen Ausstellungen und war 2014 Hauptkurator der 3. Biennale von Bahia.

KURZBIOGRAFIE - Rigo 23

Rigo 23 (geb. 1966 in Madeira, Portugal) lebt und arbeitet in Los Angeles. Er studierte Kunst am San Francisco Art Institute und an der Stanford University (Kalifornien). Rigo 23 lehrte Kunst am San Francisco Art Institute und war Mitglied der ersten Generation der Kunstbewegung „San Francisco Mission School“ der frühen 1990er-Jahre.
Sein umfangreiches Werk umfasst Wandbilder, Malerei und große Installationen. Rigo 23 versteht sich als politischer Künstler und entwickelt seine Projekte in enger Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Gruppen, u.a. den Black Panther, Vertretern des American Indian Movement, der Zapatista-Bewegung in Mexiko oder Guaraní-Gruppen in Brasilien. Dabei entstehen phantastisch anmutende Installationen, wie die Guarani-Version eines nuklearen Unterseeboots „Teko Mbarate ­— Kampf um Leben“ und die Zapatista-Installation „Autonomes InterGalaktisches Raumprogramm“. Im September 2017 nimmt Rigo 23 an der Folkestone Triennal in Folkestone (England) und der Gruppenausstellung „Mundos Alternos: Art and Science Fiction in the Americas“ im UC Riverside (Kalifornien, USA, 2017) teil. Seine Werke wurden in zahlreichen internationalen Einzel und Gruppenausstellungen präsentiert und sind in etlichen Sammlungen vertreten.

Die Ausstellung wird ergänzt durch Leihgaben des Museu Coleção Berardo (Lissabon), der Galeria Tapeçarias de Portalegre sowie aus den Privatsammlungen der beiden Künstler.

Konzept und Gestaltung der Ausstellung entstanden im Dialog der Kuratorinnen und Ethnologinnen Dr. Mona Suhrbier (Kustodin Amerikas, Weltkulturen Museum) und Dr. Jane de Hohenstein (Salvador da Bahia, Brasilien) mit den beiden Künstlern.

Eine Begleitpublikation mit Essays, Artikeln und Interviews mit Ayrson Heráclito und Rigo 23 sowie umfassendem Bildmaterial erscheint auf Deutsch und Englisch im Kerber Verlag.

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7€ / ermäßigt 3,50€
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei!
Di-So, 11-18 Uhr und Mi, 11-20 Uhr
Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29, 60594 Frankfurt am Main

 

Mit freundlicher Unterstützung:


 


 


 

Medienpartner:

Bernhard und Elisabeth Durschlag

Termin.: 
Donnerstag, 12. Oktober 2017 - 11:00 bis Sonntag, 26. August 2018 - 18:00
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