DAS LANGE LEBEN

„Alter ist nur eine Zahl“ oder „Man ist nur so alt wie man sich fühlt“: Oft hört man Sätze wie diese in Verbindung mit dem Thema Alter(n) - doch das ist leichter gesagt als getan!

Schon früh beschäftigt uns das hohe Alter, wie wir es gesund erreichen und wie wir das Leben auch hoch betagt in vollen Zügen genießen können. Langlebigkeit ist einer der Schwerpunkt der Ausstellung GREY IS THE NEW PINK und auch im Katalog zur Ausstellung finden sich viele Tipps und Tricks. Der April steht auf den Kanälen des Weltkulturen Museums also unter dem Motto Langlebigkeit. Aber wie erreicht man diesen Punkt, an dem Alter keine Rolle zu spielen scheint?

Auf den Spuren nach der Formel der Langlebigkeit erforscht Dan Buettner in einem TED-Talk die sogenannten Blue Zones – Gebiete, wie Sardinien und Okinawa, die sich durch die hohe Lebensdauer ihrer Einwohner*innen auszeichnen. Buettner stellt fest, dass zum Beispiel ausreichend Bewegung, eine semi-vegetarische Ernährung und das Eingebundensein in familiäre und soziale Netzwerke unterstützende Faktoren für ein langes und glückliches Leben sind.

„Die Kunst des Alterns“ ist es, die es zu beherrschen gilt, so nennt es der nigerianische Multimedia-Künstler Femi Amogunla. Und von wem könnte man diese Kunst besser lernen als von denen, die sie bereits zu beherrschen scheinen? Seine Fotoserie Three Siblings who beat 100 ist Teil der Ausstellung und zeigt drei Geschwister, die alle bereits das Alter von 100 Jahren überschritten haben. Der deutsche Fotograf und Künstler Karsten Thormaehlen porträtiert seit einigen Jahren in seiner Serie Ageing Gracefully weltweit Menschen, die über 100 Jahre alt sind und ihre eigenen Geheimtipps zum Alter geben.  So rät zum Beispiel Tonia Nola, geboren am 4. Februar 1914: „Heiter und ohne Stress arbeiten, nicht neidisch sein und viel Minestrone essen.“ Die  am 8. April 1913 geborene María Luisa Medina ergänzt: „Man sollte sich auf das Bewährte verlassen, auf Ruhe, saubere Luft, gesundes Essen.“

Neben einer gesunden Ernährung sind angeblich bestimmte Pflanzen als Nahrungs-, Wellness- oder Medizinalprodukte mit heilender, lebensverlängernder oder sogar verjüngender Wirkung bekannt. Beispielsweise senken Leinsamen den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel, Salbei wird als Hilfsmittel gegen graue Haare eingesetzt und der Stechwinde wird ein Anti-Aging-Effekt nachgesagt.

Traditionelle Medizin umfasst das Wissen um zahlreiche Heilmittel und -methoden, die in verschiedenen Ländern und Regionen der Welt kulturell verankert und überliefert sind und bis heute praktiziert werden. Die Datu (Zaubermeister) der Batak aus Nordsumatra in Indonesien z. B. haben umfangreiche Kenntnisse über Krankheiten und deren Heilmethoden, Magie, sowie Schrift- und Orakelkunst. Der Zauberstab ist dabei das wichtigste Zeremonialgerät. Er fungiert als Hilfsmittel zur Krankenheilung, Zauberei, Beschwörung und zur Abwehr.

Neben Heilkräutern, -wurzeln und anderen Hilfsmitteln gilt Wasser seit jeher als Lebenselixier. Gönnen Sie sich also eine Pause in der Ausstellung, schöpfen Sie aus dem Wissen verschiedener Menschen und Kulturen und verweilen Sie in unserer Wasserbar, während Sie die Eindrücke auf sich wirken lassen.

Wer mehr über die heilende Wirkung der Pflanzen erfahren möchte, sollte im April auf Facebook und Instagram vorbeischauen. Dort gibt es bald mehr zu sehen! #greyisthenewpink