MONTAGS IM MUSEUM

Mit dieser Serie wollen wir – Aiden und Rosa (die diesjährigen FSJler des Frankfurter Weltkulturen Museums) – euch zeigen, wer eigentlich hinter dem Museum steckt. Dafür haben wir uns mit einer ganzen Menge Fragen aufgemacht, und jeweils eine Person aus jeder Abteilung interviewt. Dabei haben wir wahnsinnig viel gelernt: von der Art Leim, die am meisten in der Restaurierung benutzt wird, bis hin zu der riesigen Auswahl an Büchern in der Bibliothek und den Besonderheiten einer Ausstellungseröffnung am Weltkulturen Museum.

Dieses Wissen wollen wir sehr gerne mit euch teilen, weswegen wir ab sofort wöchentlich auf den Social-Media-Kanälen des Hauses diese Interviews posten werden. Wir hoffen sehr, dass euch die Serie „Montags im Museum – was machen die eigentlich da?“ genauso viel Freude bereiten wird wie uns! Viel Spaß!

Diese Woche mit Vanessa von Gliszczynski, Kustodin für Südostasien

Warum hast du diese beiden Objekte ausgesucht?

Den Schal, den ich heute anhabe und der auf dem Foto zu sehen ist, habe ich in Jakarta in Indonesien in einem „nationalen Batikzentrum“ gekauft. Das zweite Objekt ist mein MP3-Player, weil ich immer auf dem Weg zur Arbeit Musik höre. Manchmal auch zwischendurch, wenn ich zum Beispiel Datensätze bearbeite, dann finde ich es ganz angenehm dabei meine Musik hören zu können.

Könntest du spontan drei deiner Lieblingskünstler benennen?

Als Teenager war „Fettes Brot“ sehr wichtig für mich. Deutschen Hip Hop höre ich auch jetzt noch gerne. Dann „Sheila on 7“, eine indonesische akustische Band, die es auch schon seit 1996 gibt. Ich war bei einem ihrer Konzerte gewesen, war begeistert und dann habe ich mir so sukzessive alle Alben gekauft. Aktuell höre ich auch noch sehr gerne Mark Forster.

Man merkt ja, dass Musik sehr wichtig für dich ist. War Musikethnologin schon immer dein Berufswunsch?

Ich wollte eigentlich schon immer etwas mit Musik machen. Ursprünglich hatte ich mir mal überlegt, dass ich Musik- und Mathelehrerin werde, weil ich ziemlich gut in Mathe bin. Letztlich habe ich mich aber dagegen entschieden, weil ich es mir als ziemlich unangenehm vorgestellt habe, 30 Jahre lang Mathe zu unterrichten. Stattdessen entschied ich mich für Musikethnologie, also die Musik anderer Kulturen. Im Musikwissenschaftenstudium habe ich damals Gamelan, also traditionelle Musik aus Indonesien, gelernt. So bin ich auf diesen Zug aufgestiegen und das führte mich dann nach Indonesien - also über die Musik zur Ethnologie.

Du hast ja gerade schon einmal bemerkt, dass du bereits in Indonesien gelebt hast. Momentan lebst du in Deutschland, du kommst ursprünglich aus Deutschland – in welchem Land würdest du am liebsten leben?

Also nach dreieinhalb Jahren in Indonesien würde ich tatsächlich sagen, dass ich mich mittlerweile in Deutschland wohler fühle, auch aufgrund der sozialen und gesundheitlichen Absicherung. Das weiß ich sehr zu schätzen. Auch die Bildung hier ist deutlich vielseitiger. Wenn es ein Modell geben würde, dass man ein halbes Jahr hier und ein halbes Jahr in Indonesien leben könnte, dann würde ich das machen. Es ist auch spätestens an dem Punkt, wo man Familie hat, schwierig. Deshalb bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass für mich Deutschland mein Wohlfühlland ist.

 


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