SIVA SAMOA IN FRANKFURT

Interpretationen eines samoanischen Tanzes zwischen den Generationen - eine künstlerische Hommage

“Dieses Projekt ist für mich die Vollendung eines Zyklus der mit dem Siva Samoa meiner Mutter begann und nun mit der Tanz-Performance meiner Schwester als eine Hommage an unsere Mutter und unser gemeinsames kulturelles Erbe durch Ufitias Weiterentwicklung des Tanzes unserer Mutter in einer zeitgenössischen Siva Samoa-Form endet“
(Raymond Sagapolute, 2019).

DIE FOTOARBEITEN IN DER AUSSTELLUNG

Die in der Ausstellung GREY IS THE NEW PINK gezeigten, 2012 entstandenen Fotoarbeiten des in Auckland, Neuseeland lebenden samoanischen Künstlers Raymond Sagapolutele „Siva Samoa“ und „Poly Swag“ zeigen Mutter und Schwester jeweils beim Tanzen eines traditionellen samoanischen Tanzes – des Siva Samoa. Es handelt sich um die jeweilige Interpretation des Tanzes durch zwei Tänzerinnen – Mutter und Tochter – innerhalb der eigenen Familie. Auch reflektieren die Werke die Unterschiede zwischen traditionellem samoanischem Tanz und zeitgenössischer urbaner Tanzkultur von Samoanerinnen in der neuseeländischen Migration. Während die Mutter die traditionelle Tanzart präsentiert, bezieht seine Schwester Ufitia Sagapolutele in „Poly Swag“ moderne, aus dem Hip-Hop entlehnte Tanzelemente mit ein. Die Bilder dokumentieren die Wissensweitergabe innerhalb einer Familie, unterstreichen aber auch die eigene Interpretationsfreiheit der neuen Generation.

Darüber hinaus erhielt die Fotoarbeit noch eine stärkere persönliche Bedeutung für den Künstler und seine Familie, nachdem drei Monate nach Fertigstellung von „Siva Samoa“ Sagapoluteles Mutter verstarb. Das Werk ist daher auch als eine Hommage an seine Mutter zu verstehen

PERFORMANCE AUF DEM MUSEUMSUFERFEST

Zum Ende der Ausstellung GREY IS THE NEW PINK wird Raymond Sagapolutele zum Anlass des diesjährigen Museumsuferfestes gemeinsam mit seiner Schwester Ufitia an das Weltkulturen Museum nach Frankfurt zurückkehren, um in einer zeremoniellen Tanzperformance ihre Mutter in Form des Bildes sowie die Ausstellung selbst rituell zu verabschieden.

Ufitia hat sich, nach Fertigstellung ihrer Masterarbeit in Performing Arts 2018, intensiv mit traditionellen Formen samoanischen Tanzes beschäftigt und Choreographien ihrer Arbeiten auf verschiedenen pazifischen Tanz- und Kulturfestivals in Neuseeland und auf Tourneen in Asien aufgeführt. Für die zeremonielle Verabschiedung und Respektsbezeugung gegenüber ihrer Mutter hat Ufitia einen traditionellen Siva Samoa in einer zeitgenössischen Form choreographiert, die sie unterstützt von zwei Tänzerinnen in den Ausstellungsräumen des Weltkulturen Museums in der Performance „Tofa Si O’u Tina – Farewell to my Mother“ zur Aufführung bringen wird.

Diese Performance soll in der Verbindung der traditionellen Tanzform der Mutter mit der modernen Form des Zeitgenössischen Tanzes der Tochter eine Hommage an die Mutter und das gemeinsame kulturelle Erbe sein, das von den Kindern aufgenommen und künstlerisch weiterentwickelt wird. Die Fotokunst des Bruders wird somit in der Tanzdarbietung der Schwester zur Performance-Kunst.

Weiterhin wird Ufitia im Rahmen des Museumsuferfestes einen Workshop zu traditionellen und zeitgenössischen Formen des samoanischen Tanzes anbieten und Raymond Sagapolutele führt mit Kustos Matthias Claudius Hofmann durch die Ausstellung.

Prozess und Durchführung des Projektes werden durch den Künstler gemeinsam mit dem Filmregisseur Jerry Tauamiti und dessen Kameramann und Assistenten Samson Rambo in Form einer Filmdokumentation aufgezeichnet.

Beteiligte:

RAYMOND SAGAPOLUTELE, in Neuseeland geborener samoanischer Künstler und Fotograf und Mitglied des Graffiti-Kollektivs TMD. Er lebt und arbeitet in Auckland, Neuseeland.

UFITIA 'TIA' SAGAPOLUTELE, Tänzerin, Choreographin und Produzentin mit einem Background in Hip-Hop.  Sie arbeitet zurzeit als Projektkoordinatorin für Dance Aotearoa New Zealand (DANZ).

LYNCIA MULLER, Tänzerin mit starkem Background in traditionellem pazifischem Tanz, Hip-hop und zeitgenössischem Tanz.

NATALIA IOANE, Tänzerin mit Background in traditionellem samoanischem Tanz, wie Siva Samoa, Taualuga und Sasa

JERRY TAUAMITI, in Auckland lebender freischaffender Film- und Fernsehregisseur und Mitbegründer von Malosi Pictures.

SAMSON RAMBO, Kameramann

Verfolgen Sie den Besuch der Künstler*innen auf Instagram, Facebook und Twitter!