ONLINE-BUCHVORSTELLUNG

24.06.2021

„Das Museum verlernen? Kolonialität und Vermittlung in ethnologischen Museen“

Mit Stephanie Endter (Leiterin Bildung und Vermittlung, Weltkulturen Museum), Nora Landkammer (Kunstvermittlerin, Vertretungsprofessorin für Kunstpädagogik, Akademie der Bildenden Künste München) und Karin Schneider (Kunstvermittlerin, Leiterin der Kunstvermittlung der Museen der Stadt Linz) und weiteren Autor*innen

Wie geht die Bildungsarbeit im ethnologischen Museum mit dem kolonialen Erbe der Institutionen um? Kann das ethnologische Museum ein Ort des Verlernens sein, und wenn ja, wie? Die zweibändige Publikation widmet sich der Vermittlungsarbeit in dekolonisierender Perspektive.

Band 1: Eine Analyse gegenwärtiger Diskurse in einem konfliktreichen Praxisfeld Nora Landkammer Band 2: Praxen und Reflexionen kritischer Bildung und Wissensproduktion Hg. Stephanie Endter, Nora Landkammer, Karin Schneider Wien: Zaglossus, 2021

Bd 1: Der erste Band Eine Analyse gegenwärtiger Diskurse in einem konfliktreichen Praxisfeld basiert auf einer qualitativen Interviewstudie mit Vermittler*innen in Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Analyse zeigt Vermittlung in ethnologischen Museen als Feld widerstreitender Wissensordnungen auf, zwischen den Konventionen besucher*innenorientierter Museumspädagogik, Partizipation, reflexiven Ansätzen aus der Ethnologie und der postkolonialen Kritik. Gerade kritische Vermittler*innen sehen ihr Handeln in Widersprüchen. Mit historischen Kontextualisierungen wird argumentiert, dass diese Widersprüche selbst einer dekolonisierenden Lektüre unterzogen und verschoben werden müssen, um zu Handlungsräumen zu gelangen. Auf Basis von post- und dekolonialen Zugängen in der Pädagogik wird das Arbeiten in Double Binds als zentral für eine pädagogische Ethik im ethnologischen Museum und Ausgangspunkt für dekolonisierende Perspektiven herausgearbeitet.

Bd 2: Der zweite Band widmet sich vielstimmig Praxen und Reflexionen kritischer Bildung und Wissensproduktion, die aufzeigen, dass es sich bei einer kolonialitätskritischen Vermittlungsarbeit nicht um das Realisieren einzelner Projekte, sondern um ein Arbeiten in Widersprüchen, eine beständige Kritik an Strukturen, in die ein*e selbst eingebunden ist, handelt. Die Beiträge geben Anregungen für die Praxis ebenso wie für deren Hinterfragung. Gemeinsam ist den Texten, dass sie dem Gap zwischen utopischer Dekolonisierung und der oft ernüchternden alltäglichen Arbeit in den Institutionen Reflexionen zu konkreten Praxen, ihren Potentialen und Widersprüchen entgegensetzen.

Mit Beiträgen von: Julia Albrecht, Bea Barrois, Stephanie Endter, Nadine Golly, Rilando June Lamadjido, Pernilla Luttropp, Nora Landkammer, Berit Mohr, Trinity Mesimé Njume-Ebong, Carolin Philipp, Esther Poppe, Pia Razenberger, Karin Schneider, Nora Schön, Hodan Warsame und Simone Zeefuik Im Rahmen der Ausstellung „HIDDEN IN PLAIN SIGHT. Vom Unsichtbarmachen und Sichtbarwerden“



  1. Wann und wie?
    Donnerstag, 24. Juni, 19 Uhr
    Kostenfrei
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