„Hair Politics in Ghana“

Vortrag von Sandrine Micossé-Aikins (Berlin)

Afrikanische Haarstile sind als Träger komplexer sozialer, historischer und politischer Bedeutung ein einzigartiges Medium. Sie können Codes enthalten, die auf Geschlecht, Klasse, Beruf oder Alter ihrer TrägeriInnen verweisen.

Gegenwärtig rücken nicht nur in Ghana Stile in den Vordergrund, denen westlich-europäische Schönheitsideale zugrunde liegen, die in der seit der Kolonialzeit dominanten Norm des Weißseins verankert sind. Gleichzeitig finden auch immer häufiger Frisuren die afrikanische Haarstrukturen und -ästhetiken affirmieren ihren Weg in den Modemainstream. Diese werden jedoch meist stigmatisiert, aus dem Bereich des „Normalen“ sowie des „Zeitgenössischen“ ausgegrenzt und gerade im afrikanischen Alltag häufig sanktioniert.

Wer „erfindet“ Frisuren? Wie werden westliche Trends angeeignet und hybridisiert? Welche Diskurse existieren in Ghana über Image- und Haarpolitik – und wie beeinflussen sie Haarpraxen? Welche Freiräume schaffen sich Frauen und wie ermächtigen sie sich innerhalb restriktiver Strukturen, die natürliches afrikanisches Haar stigmatisieren? Welche neuen Schönheitsbilder und Ästhetiken entstehen bei der Auseinandersetzung zwischen der Entfremdung vom und der Wiederannäherung an den eigenen Körper?

In ihrem Vortrag spricht Sandrine Micossé-Aikins über die Zusammenhänge zwischen eurozentrischen Schönheitsnormen, ghanaischen Haarpraxen und dem Selbstverständnis Schwarzer Frauen. 

Mittwoch, 26. Juni 2013 - 19:00
In deutscher Sprache.
3 € / ermäßigt 1,50 € inkl. Getränk.
Weltkulturen Labor, Schaumainkai 37