Elongo, Schild; Maasai, Kenia, 19./20. Jahrhundert; Holz, Büffelhaut; Künstler*in/Handwerker*in nicht dokumentiert; Vorbesitzer*in: The Wellcome Historical Medical Museum, London, Großbritannien; Seit 1955 im Weltkulturen Museum Frankfurt; Foto: Peter Wolff
Hirizi ya fedha, Amulett (Schutzamulett aus Silber); Swahili, Kenia, 20. Jahrhundert; Silber; Künstler*in/Handwerker*in: unbekannter Goldschmied in Mombasa; Sammler*in: Dr. Johanna Agthe; Im Weltkulturen Museum seit 1974; Foto: Peter Wolff
Fingerring, Swahili (?), Kenia, 20. Jahrhundert; Münze, Silber; Künstler*in/Handwerker*in: nicht dokumentiert; Sammler*in: Dr. Johanna Agthe; Im Weltkulturen Museum seit 1974; Foto: Peter Wolff
Kanga zum 8. Jahrestag der Unabhängigkeit Kenias (12.12.1971); Baumwolle; Produzent*in: Tasini, Tansania, 1971; Sammlerin: Dr. Johanna Agthe, 1974; Im Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main seit 1974; Foto: Peter Wolff
Hirizi, Halskette, (Talisman/ Amulett); Swahili, Kenia, 20. Jahrhundert; Silber; Künstler*in/Handwerker*in nicht dokumentiert; Sammlerin Dr. Johanna Agthe; Im Weltkulturen Museum seit 1974; Foto: Peter Wolff
Figur; Kamba, Kenia, 1974; Holz; Künstler*in: Joseph Mulli; Sammler*in Dr. Johanna Agthe; Im Weltkulturen Museum seit 1974; Foto: Peter Wolff
Ndoome, 'Tanz-Schild'; Kikuyu, Kenia, 19./20. Jahrhundert; Holz, Farbpigmente; Künstler*in/Handwerker*in: nicht dokumentiert; Händler*in: William Ockleford Oldman; Im Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main seit 1911; Foto: Peter Wolff
Schnupftabakdose; Kamba, Kenia, 19./20. Jahrhundert; Horn, Leder, Eisen; Künstler*in/Handwerker*in nicht dokumentiert; Sammler vermutlich Carl Georg Schillings; Vorbesitzer*in: Königlichen Zoologischen und Anthropologisch-Ethnographischen Museum (heute: Staatliche Kunstsammlung Dresden); Im Weltkulturen Museum seit 1910; Foto: Peter Wolff
International Inventories Programme
Wie können kenianische Kulturgüter, die sich im Besitz von Kulturinstitutionen etwa in Europa und den USA befinden, auch in Kenia zugänglich gemacht werden? Mit diesem Anliegen beschäftigte sich das „International Inventories Programme“, für das sich die Künstler*innenkollektive The Nest und SHIFT mit dem kenianischen Nationalmuseum in Nairobi, dem Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, dem Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main und dem Goethe-Institut zusammengetan haben. Gemeinsam inventarisierten sie die kenianischen Objekte in einer Datenbank, um mehr Transparenz in Museumsarchiven zu schaffen. Die Datenbank umfasste über 32.501 Objekte aus dreißig verschiedenen Institutionen, die ihre Archivdaten zur Verfügung gestellt hatten. Im Mai 2021 wurde die Datenbank auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Begleitend fanden in Kenia öffentliche Diskussionen unter dem Titel „Object Movement Dialogues“ statt. Neben der Verhandlung von Restitutionsfragen, wurde ein Forum geschaffen, in dem intellektuelle und emotionale Auseinandersetzungen mit einzelnen Objekten stattfanden. Wie Njoki Ngumi von The Nest in einem dieser Dialoge fragte: „Wer sind die Menschen, die das Objekt zurückgelassen hat? Und wenn das Objekt in eine Gesellschaft zurückkehren soll, die seiner beraubt wurde, wer sind dann die Menschen, denen das Objekt begegnet?“
Aus diesem langfristigen kollaborativen und interdisziplinären Prozess entstanden mehrere Publikationen sowie die Ausstellung „Invisible Inventories“, die 2021 in drei unterschiedlichen Ausführungen gezeigt wurde. Gefördert werden die Ausstellungen von der Kulturstiftung des Bundes. Die künstlerische Leitung lag kollektiv beim Team des „International Inventories Programme“.
Weitere Informationen unter: www.inventoriesprogramme.org
