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„Bäume“ von Roldán Pinedo, Shipibo, Peru

Ankaufsprojekt der Amerikas-Kustodin Mona Suhrbier: Auftragsarbeit und Ankauft vier großer Acrylgemälde

Für das Weltkulturen Museum hat der peruanische Künstler Roldán Pinedo (geb. 1971), unterstützt von seinem Sohn Harry Pinedo, vier Gemälde als Auftragsarbeiten angefertigt: vier mächtige Bäume des Regenwaldes, prächtige Solitäre vor farbigen Hintergründen. Pinedo zeigt damit eine Indigene Perspektive auf das Ökosystem Regenwald. Seine Bäume verkörpern in ihrer Essenz mächtige Energien der Natur und wirken als spirituelle Hilfsgeister der Schamanen. Auf Bitte des Museums machte Pinedo Angaben zur Verwendung der Bäume: Aus dem Holz von Cashinbo und Huangana caspi werden u.a. Möbel hergestellt, aus der Zeder und dem Copaíba-Baum gewinnt man Medizinen.

Roldán Pinedo ist Indigener Herkunft (Shipibo) und kommt aus der ländlichen Tieflandregion um San Francisco de Yarinacocha. Sein Name in Shipibo lautet Shoyan Shëca, „Ruhelose Maus“. 1997 folgte er einer Einladung nach Lima, wo ein Team aus Malern aus verschiedenen Orten Perus zusammenfand. Seit dieser Zeit lebt und arbeitet er dort. In seine visionäre Malerei lässt Pinedo eigene Erfahrungen aus dem Gebrauch der Ayahuasca-Droge einfließen und visualisiert indigene Vorstellungen von Geistern und spirituellen Entitäten, wie Tieren und Pflanzen des Regenwalds. Er verwendet dafür sowohl Naturfarben aus eigener Herstellung als auch Acrylfarben. Die Idee für den Ankauf entstand durch einen Post auf Facebook von Harry Pinedo, mit dem Hinweis auf Roldán Pinedos Soloausstellung „Solo arbóles“ („Nur Bäume“) 2020 im Centro Cultural Inka Garcilaso in Lima.

Die Amerika-Kustodin Mona Suhrbier wählte den Künstler aus, da seine Werke mit Objekten und Zeichnungen korrespondieren, die bereits in der Sammlung vorhanden sind. Sein Werk steht für das zeitgenössische indigene Kulturschaffen der Shipibo.

Die Gemälde werden in einer für 2022 geplanten Ausstellung gezeigt werden. Mehr über den Hintergrund der Ankäufe hier.