Dienstag, November 12, 2019

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  • Dienstag, 12. November 2019 - 19:00
    „Alles nur geklaut...?!?“
    Über Raubkunst, Provenienzforschung und Verantwortung
    Mit Dr. Eva Ch. Raabe, Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl, Dr. Anna-Maria Brandstetter und Dr. Stefan Naas MdL, moderiert von Mariela Milkowa
    Im Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg v.d.H.
    PODIUMSDISKUSSION

    „Alles nur geklaut...?!?“
    Über Raubkunst, Provenienzforschung und Verantwortung
    Mit Dr. Eva Ch. Raabe, Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl, Dr. Anna-Maria Brandstetter und Dr. Stefan Naas MdL, moderiert von Mariela Milkowa
    Im Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg v.d.H.


    Das deutsche Kaiserreich gehörte, zusammen mit Großbritannien und Frankreich, zu den führenden Kolonialmächten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Auch wenn in Deutschland lange Zeit die Meinung vorherrschte, das Kaiserreich sei eine eher unbedeutende und vor allem milde Kolonialmacht gewesen, ist die neuere Forschung sich heutzutage einig, dass diese Sichtweise deutlich zu kurz griff. Wie in anderen europäischen Kolonien, gab es auch in den sogenannten „Deutschen Schutzgebieten“ diverse Verbrechen an den indigenen Bevölkerungen und großflächigen Raub an Kulturgütern.

    Viele dieser Kulturgüter befinden sich heute in deutschen Museen und Kultureinrichtungen. Die Debatte über den richtigen Umgang mit diesen Gegenständen hat sich in den letzten Jahren verschärft. Nicht zuletzt der im Auftrag des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron erstellte Bericht „Die Restitution des afrikanischen Kulturerbes. Für eine neue Ethik der Beziehungen“ hat hier zu neuen Denkansätzen geführt. Auch der Koalitionsvertrag der Bundesregierung aus dem Jahre 2018 sieht erstmals die Aufarbeitung des Kolonialismus als zentrales Thema der deutschen Kulturpolitik vor.

    Als Reaktion hat die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien die Fördermittel für die Provenienzforschung von Gegenständen aus kolonialem Kontext erhöht. Ist das aber ausreichend? Welche weiteren Schritte (z.B. eine Digitalisierung der musealen Bestände) müssen durchgeführt werden, um die Aufarbeitung zu beschleunigen und einen rechtmäßigen Umgang mit den Kulturgütern aus kolonialem Kontext sicherzustellen? Diese und weiteren Fragen möchten wir mit unseren Experten und Ihnen diskutieren.



    Im Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg v.d.H.