Mai 2020

  • Donnerstag, 24. Oktober 2019 - 11:00 bis Sonntag, 31. Januar 2021 - 18:00
    WELTENBEWEGEND. Migration macht Geschichten
    Auf der ganzen Welt sind und waren Menschen in Bewegung. Mit ihnen wandern auch Lebensstile, Sprachen, Musik, Kunst und Handwerk.
    Δ WELTENBEWEGEND. Migration macht Geschichten

    Auf der ganzen Welt sind und waren Menschen in Bewegung. Mit ihnen wandern auch Lebensstile, Sprachen, Musik, Kunst und Handwerk. Vieles, was für eine Kultur als „authentisch“ gilt, erweist sich auf den zweiten Blick als „Import“. Ausgehend von den eigenen Sammlungen greift das Weltkulturen Museum assoziativ Fragen auf, die zeigen, wie die verschiedenen Kulturen der Welt schon seit jeher im Austausch stehen: Ob historische Siedlungsbewegungen, Arbeitsmigration oder Globalisierung – Menschen und damit auch ihre unterschiedlichen Kulturen stehen in stetigem Austausch. Ist Migration wirklich nur Ursache von Problemen oder vielmehr wichtiger Motor für neue Wege des Zusammenlebens in einer sich ständig verändernden Welt?

    Künstler*innen und Beteiligte:
    Adams Bodomo, Behrouz Boochani and Arash Kamali Sarvestani, Artist Collective Teru, Shahram Entekhabi, Edzard Herlyn and Thomas Hoeren, Junges Schauspiel Frankfurt, Karinding Keos, Phyllis Kiehl, Ella Knorz, Mansuela, Gora Mbengue, Yasemin Niephaus, José Oliveira, participants of the workshop „stories that matter“, Rajery and 3MA, Safransirup, Wiparat Sukatorn, Felix Schwarz, Takayuki Tamura, Daniel Traub with Wu Yong Fu and Zeng Xian Fang, Cliff Whitin

    Weltkulturen Museum
    Schaumainkai 29
    60594 Frankfurt
    7€ / ermäßigt 3,50€


    FILM- UND AUDIOMATERIAL AUS DER AUSSTELLUNG


    Raum Migration macht Musik

    Hier finden Sie Hörbeispiele zu dem Raum „Migration macht Musik“, in dem Saiteninstrumente aus dem heutigen Indonesien vorgestellt werden, die größtenteils „zugewandert“ sind. Dazu zählen die aus dem arabischen Raum über den Handel verbreitetet Rebab und die Gambus-Laute. Bei der Kacapi ist nicht ganz klar, ob sie wirklich aus dem indischen Raum in den malaiischen Archipel kam. Sie verbreitetet sich aber durch Binnenmigration.

    Es gibt je zwei Hörbeispiele zu Rebab, Gambus bzw. Oud und Kacapi. Alle Hörbeispiele sind Eigentum von Smithonian Folkways und als externer Link mit der Webseite verknüpft. 

    Rebab

    Balinesisches Gamelan Ensemble mit Rebab, verschiedene Künstler, 1950: Ganda Pura (Djanger Abijan-Timbul); Music of Indonesia; Eigentum: Smithonian Folkways (2:35 min)

    Gesang und Rabab aus Ägypten, verschiedene Künstler, 1982: Ya Habibi, ya asal,… (O honey hasting love); Rabab: Egyptian Singing and Epic Songs; Eigentum: Smithonian Folkways (6:07 min)

    Gambus und Oud

    Orkès Gambus Al-Hidayah, 1996: Cari hiburan (Auf der Suche nach Unterhaltung); Music of Indonesia Vol. 11: Melayu Music of Sumatra and the Riau Islands; Eigentum: Smithonian Folkways (7:03 min)

    Oud-Spiel aus dem Libanon, anonymer Künstler, 1981: Taqsim on the 'Oud; Melodies and Rhythms of Arabic Music; Eigentum: Smithonian Folkways (6:09 min)

    Kacapi

    Tihang Gultom Group unter der Leitung von Guru Tihang, 1976: Song of the Ugly One; Batak Music: Toba Batak Music Played by the Tihang Gultom Group; Eigentum: Smithonian Folkways (3:17 min)

    Bugis Kacapi Ensemble, Pangkajene (Abdul Halim, La Podding, La Mamma), 1997: Getti‘ Lampa; Music of Indonesia Vol. 15: South Sulawesi Strings; Eigentum: Smithonian Folkways (3:23 min)


    Raum Gobal – Lokal – Glokal

    Bambuszithern wie die Celempunt Renteng aus Westjava, Indonesien, sind heute kaumn noch im Gebrauch. Sie zählen zu den „traditionellen“ Musikinstrumenten des heutigen Indonesien. Junge Metallbands wie Kariding Keos kombiniren diese Instrumenten nun mit Metalmusik und schaffen ein neues Musikgenre, das die eigene Herkunft unterstreicht.

    Karinding Keos. Celempung Renteng und Sistem

    Die junge sundanesische Metalband Karinding Keos aus Bandung benutzt in vielen ihrer Songs als Rhythmusinstrument die Bambuszither Celempung Renteng. Für das Weltkulturen Museum spielte Karinding Keos den Grundrhythmus der Celempung ein, den die Band beispielsweise auch in ihrem Song Sistem (Sytem) verwendet. Der Name Karinding Keos bezieht sich auf die traditionelle Maultrommel Karinding, die ebenfalls aus Bambus ist und aktuell von mehreren sundanesischen Metalbands verwendet wird. 

    Karinding Keos, 2019: Grundrhythmus Celempung Renteng; Bandung, Indonesien; Karinding Keos (0:20 min)



    Karinding Keos, 2019: Celempung Renteng und Begleitung; Bandung, Indonesien; Karinding Keos (0:20 min)


    Karinding Keos, 2019: Sistem (System); Bandung, Indonesien; Karinding Keos (3:06 min)



    Raum Altäre und Glückssymbole

    Was haben eine portugiesische Bäckerei, ein thailändisches Massagestudio und ein japanisches Restaurant in Frankfurt gemeinsam?

    Ihre aus unterschiedlichen Ländern kommenden Inhaber*innen bieten der Frankfurter Kundschaft in ihren Geschäften Dienstleistungen und Produkte aus anderen Teilen der Welt an.

    Über ihre Produkte und Dienstleistungen hinaus integrieren die drei Unternehmer und Unternehmerinnen persönlich gestaltete Altäre und Glückssymbole in ihre Geschäftsräume. Diese symbolstarken Objekte sind für ihre Besitzer bedeutsam und machen Aussagen über ihren jeweiligen Glauben und ihre Kultur. 

    Ihre persönlichen Geschichten dazu teilen die Geschäftsinhaber mit ihren Kunden, dem durch Vielfalt und Diversität geprägten Frankfurter Publikum. Zugleich helfen Altäre und Glückssymbole ihren Besitzern dabei, sich selbst und ihr Geschäft in Frankfurt zu verwurzeln und so langfristig Erfolg zu sichern. In Videos legen die drei Interviewpartner ihre persönlichen Perspektiven dar.

    Video: Mona Suhrbier und Felix Schwarz 2019


    Altar für Buddha und für den ‚Vater der Medizin‘ Luna Buh Chivok, Entwickler der Thaimassage 

    Interview mit Frau Wiparat Sukatorn, Geschäftsinhaberin Studio für Thaimassage Bai Boon, Frankfurt-Bockenheim, Deutschland

    Die bei Frau Wiparat Sukatorn im Massagestudio Bai Boon im Stadtteil Bockenheim angebotene Massage hat im Herkunftsland Thailand eine etwa 2.500 Jahre alte Tradition.


    Madonnen und Heilige - Ein Altar aus Portugal 

    Interview mit Herrn José Oliveira, Geschäftsführer, Bäcker und Konditor Bäckerei Bela, Frankfurt-Preungesheim, Deutschland

    In der Bäckerei Bela im Stadtteil Preungesheim bietet José Oliveira erfolgreich deutsche Backwaren an und stellt außerdem Teigwaren nach Rezepturen aus Portugal her.


    Morijio - Glückssymbole aus Japan  

    Interview mit Herrn Takayuki Tamura, Geschäftsführer und Sushimeister Restaurant Sakura, Frankfurt-Innenstadt, Deutschland

    Das Team des Sushimeisters Takayuki Tamura bewirtet im Restaurant Sakura in der Frankfurter Innenstadt die Gäste mit ausgewählten, stets frisch zubereiteten japanischen Gerichten.



    Raum Migration(en) in Deutschland

    Podcast Safransirup

    In dem Podcast SAFRANSIRUP sprechen Tareq Sydiq und Adrian Pourviseh über ihre Identität als Kinder afghanischer und iranischer Eltern, über Politik und Kultur, über die persische Höflichkeitsform Taarof und über ‚Orientalismus‘. 

    Orientalismus. Safransirup Folge 2 und 3


    Taarof. Safransirup Folge 2


    Safransirup goes Weltenbewegend: Von Ausstellung und gesellschaftlichen Realitäten. Safransirup-Bonusfolge zur Ausstellung 



    Fremdheit als Akt symbolischer Gewalt

    PD Dr. Yasemin Niephaus erläutert das Konzept der symbolischen Gewalt. 

    Über das Symbolsystem der Sprache werden gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse transportiert, die uns nicht immer bewusst sind. Auch die Frage „Woher kommst du?“ kann in diesem Sinne verstanden werden. Auf ihrer Grundlage lässt sich Fremdheit zuschreiben und Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe verwehren.

    Für solche auf einer symbolischen Ebene stattfindenden Prozesse des Ein- und Ausschlusses kennt die Soziologie das Konzept der symbolischen Gewalt, das in der Installation von Yasemin Niephaus erläutert und bezüglich seiner weitreichenden Konsequenzen im gesellschaftlichen Alltag erörtert wird.

    Fremdheit als Akt symbolischer Gewalt; mit PD Dr. Yasemin Niephaus; Universität Siegen; Video: Ella Knorz, 2019 (Dauer 9:16 Minuten)







    schließen